Eine Interpellation befasst sich mit dem Schicksal von Hühnern aus schnellwachsenden Zuchtlinien
Die Nationalrätin Clarence Chollet (Grüne – Neuenburg) reichte am 26. September 2025 eine Interpellation ein. Darin erinnert sie daran, dass «schnellwachsende Hühnerrassen wie Ross 308 gezüchtet werden, um in Rekordzeit ein Maximum an Fleisch zu produzieren». Sie fügt hinzu, dass «ihre Mastdauer 35 Tage nicht überschreitet, wobei sich ihr Gewicht in dieser Zeit um das Fünfzigfache erhöhen kann». Allerdings wies die EU 2016 darauf hin, dass ein Huhn in weniger als einem Monat ein Gewicht von 1,5 kg erreicht, gegenüber 120 Tagen in den 1950er Jahren, was ein Zeichen für ständige Produktionsoptimierung ist. Die Einreichung dieser Anfrage folgt auf eine Untersuchung des Observatoire du spécisme (Beobachtungsstelle für Speziesismus) zu diesem Thema.
Die Nationalrätin betont, dass «diese Leistung hohe Kosten für das Tierwohl mit sich bringt. In der Schweiz hat eine Untersuchung von Micarna-Zuchtbetrieben, die Ross-308-Rassen verwenden, extremes Leiden aufgezeigt: Die Tiere brechen unter ihrem eigenen Körpergewicht zusammen und ihre Organe sind zu klein, um die überdimensionierte Muskulatur zu versorgen». Sie weist auch auf bereits vorhandene Alternativen hin: „Lidl und Burger King France haben angekündigt, Ross 308 bis 2026 aus dem Verkehr zu ziehen, die LDC-Gruppe hat sich das Jahr 2028 zum Ziel gesetzt. Einige Akteure, wie Micarna in der Schweiz sind hingegen keinerlei Verpflichtungen eingegangen.“ Laut der Nationalrätin „zeigt die Gesellschaft zunehmend Interesse am Schicksal der Tiere“ und eine „grundlegende Überarbeitung der Produktionsmethoden ist erforderlich“. Für Clarence Chollet müssen wir „unsere Beziehung zu Lebewesen im Sinne von mehr Respekt und Ausgewogenheit überdenken“.
In ihrem Text stellt sie dem Bundesrat folgende Fragen:
Welchen Anteil machen die Mastpoulets schnell wachsender Rassen in der Schweiz aus und welche Folgen sind bekannt (Tiergesundheit, Sterblichkeit, Krankheiten)?
Stehen die Nutzung dieser Rassen, ihre Zucht und ihre Einfuhr zur Diskussion? Hat der Bundesrat diesbezüglich die Absicht, sich von den Initiativen anderer Länder (wie Dänemark) oder französischer Konzerne inspirieren zu lassen?
Beabsichtigt der Bundesrat, zu prüfen, ob in der Schweiz langsamer wachsende Hühnerrassen gefördert oder vorgeschrieben werden können?
Welche Anreize (Hilfen, Subventionen, Forschung, Partnerschaften mit den Detailhändlern) könnten den Übergang zu langsamer wachsenden Rassen begleiten?
Diese Interpellation wurde von 12 Ratsmitgliedern mitunterzeichet:
Brenzikofer Florence - Clivaz Christophe - Glättli Balthasar - Klopfenstein Broggini Delphine - Michaud Gigon Sophie - Porchet Léonore - Prelicz-Huber Katharina - Schlatter Marionna - Schneider Meret - Töngi Michael - Trede Aline - Walder Nicolas